1: Saint-Jean –> Roncesvalles 

Der erste Tag. So anstrengend, die anstrengendste Etappe liegt hinter uns. 1400 Höhenmeter bergauf mit Gepäck. Aber so unglaublich schön, bei perfektem Wetter, die Landschaft sah wirklich aus wie im Bilderbuch. Der Start war sehr hart für mich,  es ging teilweise sehr steil bergauf und das direkt morgens früh. Philip fand es wohl etwas entspannter. Nach einer Weile wurde leicht bergauf gehen zur Normalität, aber die Aussicht hat für alle Schmerzen entschädigt. 

Außerdem war es unglaublich ruhig, bis auf die Glocken der Kühe. Und das, obwohl der Camino tatsächlich noch sehr lang an der Straße verlief. 

Angekommen in der ersten Herberge hatten wir Glück, da wir die ersten in der Notunterkunft waren.

 Das heißt, kein Schlange stehen an der Dusche. Dafür durchlebten wir noch einen längeren Wäsche-Wasch-Marathon. Gerade liegen wir mit 16 Mann in einem Raum von etwa 30m2 und bald geht sicherlich das Licht aus, denn morgen werden wir um halb 7 von Joseph, dem lustigen holländischen Rentner aus der Herbergscrew geweckt. 

Die Menschen, die man am Camino kennen lernt sind alle ziemlich freundlich und nett. Schon jetzt metkt man, dass man manchen immer wieder begegnet, so den beiden Asiaten, Andrea aus Texas, die beiden Kroatinnen Marlena und Martina, oder den zwei Frauen, die schon mit uns im Zug saßen. Gegessen haben wir mit einem sehr schweigsamen Litauen, der allerdings verständnislos grinste, warum ich nicht alles aufaß und einem 73-jährigen Holländer, der von Frankreich nach Saint-Jean gelaufen ist, um seinen Weg von Zuhause nach Santiago zu vervollständigen, aber dir Pyrenäen so schön fand, dass er sie ein zweites Mal lief.

WLAN in the middle of nowhere


Wo sonst sollte es WLAN geben? Und es ist deutlich schneller als in Paris. Wir stehen auf den letzten drei Metern in Frankreich und haben einen sehr anstrengenden, aber atemberaubend schönen Aufstieg hinter uns und für heute noch etwa 9 km vor uns. Und jaaaa, mein Rucksack ist zu schwer ( höre ich da ein „ich hab es dir ja gesagt“, Mama? :-p) 

Bonjour, Paris

Wir sind sehr überrascht. So problemlos wie bisher alles lief, hätte man es sich kaum ausmalen können. Alle Züge waren perfekt (!!!) pünktlich und am Gare de l’Est haben wir uns entschieden, zu Fuß zum Eiffelturm und dann zum Hostel zu laufen. Schließlich kann man sich ja schon mal ans Pilgern mit Rucksack gewöhnen und sieht viel mehr, als wenn man 12 € für ein Metro-Tagesticket investiert. Zum Beispiel einen Spieleladen, den wir für die Siegener Spieler fotografiert haben.

Da wir beide uns absolut gar nicht auf Paris vorbereitet haben, können wir nur raten, dass diese hübschen Statuen vor der Oper standen.

Die erste Zeit war Paris pure Reizüberflutung, erstaunlicherweise wurde es ruhiger, als wir Richtung Eiffelturm kamen. 

Auch wenn man schon abertausende Fotos vom Eiffelturm gesehen hat, ist es wirklich beeindruckend, vor diesem Bauwerk zu stehen.

Im Hostel angekommen, erwartete uns die nächste positive Überraschung: das gebuchte Achtbettzimmer entpuppte sich als Zweibettzimmer mit eigenem Bad. Und das für 27€ unweit vom Bahnhof Montparnasse! So kann es weiter gehen 🙂

P.S.: Wenn deine Alte chillen will, … Liebe WG, ihr verfolgt mich 😉

Hallo Jakobsweg! Hallo Internetz! Hallo Welt!

Da packe ich jetzt mal die Gelegenheit beim Schopfe und fange doch an zu bloggen. Auch wenn mein kleines Blögchen unter den ganzen großen Reiseblogs nur ein kleines Licht ist, gibt es vielleicht ja doch den Ein oder Anderen, der gerne lesen mag, was ich auf dem Jakobsweg erlebe. Denn bald geht es los! Heute in einer Woche sind Philip und ich bereits in Paris, am Tag danach erreichen wir Saint-Jean-Pied-de-Port und starten mittwochs einen Fuß vor den anderen zu setzen. Eine Woche für Philip. FÜNF Wochen für mich, bis Santiago de Compostela. Den klassischen Hape.  Ich bin gespannt.