32: Olveiroa –> Finisterre

Ein weiterer Tag Gepäcktaxi. Also: nachdem ich schon um 4 wach war, stand ich um 6 mit Anja auf, trank noch 1-2 Kaffee mit ihr und ging danach in aller Ruhe im Dunkeln draußen frühstücken, duschen, packen. Selbst danach hatte ich noch ein wenig Zeit und saß im Café. Im Taxi hatte ich den ersten Blick aufs Meer B-) In Finisterre angekommen ging ich auf Herbergenpirsch und traf Kevin wieder, mit dem ich durch das kleine, beschauliche Örtchen schlenderte.
Die Herberge war ziemlich toll. Warm, gepflegt, sauber, und wirklich gemütlich. Etwas Hippiemäßig, aber das mag ich ja sehr gern. Man wurde jedenfalls zur Begrüßung schon umarmt und es war alles sehr familiär. Die ganze Küche stand voll mit Essen, on donativo, auf Spendenbasis.
Anja kam schom um 2 an, nach über 30 kilometern! Während sie duschen war, versuchten Kevin und ich, ihre Wanderstöcke zurück zu brkommen, die sie irgendwo hatte stehen lassen, was etwas abenteuerlich war. Am Abend haben wir sie dann zurück bekommen 😉
Danach gingen wir zu dritt die drei Kilometer zum Cape Finisterre. Kilometer 0!! Unfassbar.
Wir gingen danach zum Supermarkt und kochten nett, und hatten einen gemütlichen Abend in der Küche.

31: Negreira –> Olveiroa

Mein Geburtstag!
Als ich aufstand, bekam ich eine dicke Umarmung inklusive Ständchen, einen pilgergerechten Geburtstagskuchen (ein Melide-Kränzchen) und es lag sogar ein kleines Päckchen auf meinem Platz, aus dem wunderbaren kleinen Gewürzladen in Santiago neben „Zuhause“. Ja, wir sind tatsächlich an den Punkt gekommen, wo man eine Herberge und ein Café versehentlich zuhause nennt. Nach 5 Wochen, in denen man jede Nacht woanders geschlafen hat und vorher nie wusste, was einen erwartet. Jedenfalls hab ich mich sehr gefreut.

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Während ich auf das Gepäcktaxi wartete, hat meine Family angerufen.
Die Fahrt mit dem Taxi lief sehr reibungslos und der Fahrer war der Besitzer der Herberge in Olveiroa, wo er mich dann mit hin nahm.

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Dort habe ich nett in der Sonne gesessen, alleine (das erste mal seit 5 Wochen!) im Schlafsaal ein Nickerchen gemacht und Yoga gemacht (trotz riesiger Lust weiter zu laufen habe ich dabei gemerkt, dass es wohl eine richtige Scheiß-Idee wäre). Das Örtchen war sehr klein und wenig schön, hatte aber eine Hotel-Bar, die echt nett aussah.
Anja kam auch schon früh an und wir begannen bald zu kochen. Auf die Frage, was ich an meinem Geburtstag möchte, kochen oder essen gehen, war mir die Antwort sehr klar: Luxus ist eindeutig selbst kochen. Es war unglaublich lecker und wir haben draußen gegessen und Wein getrunken. Im Herbergen-Restaurant gab es noch Milchreis und Kuchen zum Nachtisch und in der Hotelbar einen Absacker. Schön war es mit dir, liebe Anja <3 Wir trafen noch den Franzosen wieder, den wir bei der Compostela-Vergabe kehren gelernt hatten ( seit 7 Jahren auf Reisen) und den Niederländer, über den wir seit La Faba immer wieder stolperten. Dann ging es auch ins Bettchen. Meine Nacht war allerdings um 4 zu Ende, mir fehlte wohl das auspowern. 😉

30: Santiago –> Negreira

Die Wanderung aus Santiago heraus war bis zur Mittagspause echt toll. Wir haben noch einen Abschiedskaffee mit Reinhold und Julia getrunken und musstem uns dann leider endgültig Lebewohl sagen. Von Jenny und Tina hatten wir uns bereits am Vorabend verabschiedet.
So toll am Herauslaufen aus Santiago war das richtige alltagsLEBEN. Vorher wirkten die Orte so tot und jun liefen wir an hordenweise Eltern mit Schulkindern an der Hand vorbei. Außerdem war der Weg aus der Stadt unglaublich schnell vorbei und suddenly we were in the middle of nowhere. Sorry, to many people around me are speaking in English, so I’m to confused to write in German right now. Please excuse my bad english.
So, jetzt geht es wieder auf deutsch. Es gab super viele kleine nette Örtchen, die auch in sich sehr unterschiedlich waren. Außerdem war es so unglaublich ruhig! Keine Pilgerameisenstraße, ein Träumchen. Auch sehr erfreulich für uns: Die Deppenpilger, die vor Santiago fast aus jedem Stein die Blechschilder mit den Kilometerangaben gekloppt und diese geklaut hatten, schienen in Santiago auf der Strecke geblieben zu sein. Auch das Mädel, das jeden Stein mit „Julius“ verziert hatte, war nicht über Santiago hinaus gekommen. Sowas ist echt bescheuert. Aber gut, wer möchte sich zuhause nicht gerne ein Blechschild mit 18,347km an die Wand hängen??
Naja, jedenfalls genossen wir die Ruhe. Man traf nur noch wenige bekannte Gesichter und in den Herbergen viele Leute, die den Camino Portuges oder Norte gemacht haben, denn in Santiago laufen diese ja alle zusammen. Wir hattdn eine idyllische Lunchpause, in der ich aber schon bemerkte, dass meine Füße sehr weh taten. Also warf ich nochmal Ibus ein. Als es danach aber null (!) besser, sondern nur schlimmer wurde, wusste ich innerlich eigentlich schon, dass für mich der Rest gelaufen war. Also habe ich mal ein Ründchen telefoniert um das nochmal auszubaldowern (Danke, hab dich lieb <3) und die letzten Meter bis Negreira zu kommen, dass auch nur knapp 21 km hinter Santiago war. Ursprünglich hatten wir auch mal über 33 km nachgedacht. Anja erwartete mich dort und wir suchten uns eine Herberge mit Garten. Dort genossen wir den Sonnenschein, aßen Salat mit Hühnchen und plauderten mit zwei portugiesischen Mädels. Außerdem diskutierte ich meine Busmöglichkeiten mit der sehr netten Hospitalera. Diese waren allerdings irgendwo zwischen beschissen und nicht existent angesiedelt, zumindest für unseren Plan. Als ich zum hundertsten Mal blöd nachfragte, schob sie mir ein wenig verstohlen die Nummer vom Gepäcktaxi zu und erklärte mir, dass der Fahrer mich mitnehmen könne. Also rief ich dort an und hoffte, dass sie Zusage verbindlich war (Spanien und so...). Wir hatten Betten am Fenster, es war die ganze Nacht offen, ein Traum. img_20161020_090513

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29: Monte del Gozo –> Santiago de Compostela

Die Nacht war bescheiden, die beiden unsympathischen älteren Französinnen in unserem Zimmer haben uns eine lustige Mischung aus überhitzter Luft, Hustenanfällen und Schnarchen beschert. Dementsprechend war ich noch sehr, sehr tief im Träumeland, als Anja mich weckte. Der Gedanke, bald anzukommen, ließ mich dann aber doch aufstehen. Nach einem flotten Frühstück ohne Kaffee ging es dann im Dunkeln los, denn der Plan war, mit der aufgehenden Sonne in Santiago anzukommen.
Das reinlaufen nach Santiago war wie meistens nicht besonders schön, aber dadurch, dass wir frisch und ausgeruht waren, machte uns das gar nichts. Wir haben es nicht bereut, noch eine Nacht Legehenne gewesen zu sein. Die riesige Herberge in Monte del Gozo war übrigens echt etwas gruselig, es waren ca. 30 Betonbauten, von denen lediglich in einem Haus einige Betten belegt waren. Wenn man durch den Wohnpark lief hatte das schon ein wenig KZ-Feeling.
Naja, auf dem Weg nach Santiago legten wir dann noch ein schnelles Kaffeepäuschen ein, auf Anjas Wunsch in einem typisch spanisch aussehenden Café.

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Auf dem Weg zur Kathedrale entdeckten wir dann mitten in der Innenstadt die hübsche Herberge mit dem passenden Namen „The last Stamp“, wo wir kurzerhand ein Zimmer reservierten, auch wenn es 18€ p.P. kostete, weil wir es auf Anhieb toll fanden.
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Natürlich nahmen wir die Rucksäcke trotz Lagermöglichkeit nochmal mit, denn immerhin mussten wir ja auch wirklich do ankommen, wie wir den ganzen Weg gepilgert sind.
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Als wir die Treppe zur Kathedrale runterstiegen, fingen genau in diesem Moment die Glocken an zu läuten. Das war ein bombasticher Empfang. Einer der vielen, vielen „Zufälle“, die der Camino bereit hält. Nach diesem Weg ist es schwer, noch an Zufälle zu glauben.
Ein weiterer war, dass Reinhold und Julia schon wieder (!) in unserer Herberge gelandet sind.
Nach einer Fotosession vor der Kathedrale, bei dem ich diese hübsche Bild vom Bein eines netten Italieners ergattert habe. Um die Personen UND die Kathedrale ganz drauf zu bekommen, muss man sich nämlich auf dem Rücken auf den Boden legen, was ich dann später auch noch getestet habe 😉

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Nach der Fotosession gingen wir unsere Compostela holen, die Pilgerurkunde.
Wie am Amt, sag ich euch.

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Das gute Stück liegt in einer Papprolle in meinem Rucksack ganz unten, daher gibt es leider kein Foto.

Danach gingen wir nett frühstücken, ganz dreist mit eigenem Essen in einem Café, weil es unmöglich war, draußen einen netten Platz zu finden. Da verliert man aber eh nach einer Weile jede Scheu, man bestellt einfach einen Kaffee dazu und futtert, was der Rucksack hergibt. Diesmal haben wir uns aber um ein wenig Diskretion bemüht.

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Danach ging es um 12 Uhr in die Pilgermesse. Um genau zu sein, waren wir schon um halb 12 da, um noch einen Platz zu bekommen. Haha! Da standen schon die Hälfte der Leute. Wir suchten uns einen netten Stehplatz in einem Seitenflügel ziemlich weit vorne, was aber gut auzuhalten war, weil die Messe tatsächlich ziemlich kurz war. Die Nicht-Kirchgänger sahen das natürlich anders XD. Jedenfalls war die Messe nahezu komplett auf spanisch, was ziemlich witzig war, denn die gesammelte koreanische Mannschaft versuchte den Schein zu wahren und bewegte passend zu den spanischen Phrasen der Liturgie den Mund. Und wir haten Glück, das Weihrauchfass wurde geschwungen, das gibt es nur sonntags, zu besonderen Gelegenheiten und gegen 450€ Spende. Es war auf jeden Fall unglaublich beeindruckend. Man hatte nur ein wenig Angst, dass das Seil reißen könnte.

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Sehr schön war für uns auch, dass Reinhold als Priester die Messe mit zelebrierte, weil man dadurch doch etwas mehr Bezug hatte, denn von dem spanischen Gelaber verstand man fast nichts. Eine Fürbitte von ihm gab es dann sogar auf deutsch.
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Nach der Pilgermesse trafen wir Reinhold, Julia, Jenny und Tina, tranken ein Bierchen und machten mehr Fotos.
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Wir verabredeten uns für 6 Uhr zum Essen gehen und checkten noch in die Herberge ein, bevor jeder die Zeit für sich nutzte.
Ich ging auf Herbergenpirsch für meine verbleibenden 3 Tage in Santiago vor meinem Flug und buchte direkt ein Bett.

Das Essen war sehr nett und seeeehr lecker, Tapas sind schon was feines.
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Danach ging es noch in eine Bar und dann auch irgendwann ins bett.

Ein schöner Zufall war auch, dass wir noch die Gelegenheit hatten, uns nach der Messe von Majorie und Luc zu verabschieden, und abends von Sandra, Kevin und René. Es war sowieso ziemlich witzig, durch Santiago zu laufen, denn wir mussten alle paar Meter stehen bleiben, weil wieder jemand ein bekanntes Gesicht getroffen hat. In der Herberge, die ich vorgebucht habe, traf ich Tomas wieder, der seinen zweiten Camino hintereinander beendet hat. Aber er ist langsam geworden, von 19 Tagen beim ersten Mal auf 29 Tage beim zweiten Mal XD
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Ich bin gespannt, wie viele Leute ich noch wieder treffe, wenn ich ab Montag wieder da bin 🙂

28: Arzúar –> Monte del Gozo

Wir.sind.verdammte.5(in Worten: fünf).Kilometer.vor.Santiago!!!!
Das heißt, wir machen morgen etwas, was wir seit 4 Wochen nicht mehr gemacht haben: wir laufen nur 5km mit Rucksack, nicht mehr. Könnt ihr das glauben? Wir können es nicht fassen. Man realisiert es echt kaum, morgen sind wir nach 800 km auf den eigenen Füßen endlich am Ziel, wow! Den ersten Blick auf Santiago konnten wir heute schon erhaschen:

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Die Herberge hat 500 Betten Anja verglich uns mit Hennen in einet Legebatterie, was nicht ganz falsch ist. Aber für uns fühlt es sich gut und richtig an, morgen in Ruhe anzukommen, nicht gehetzt nach einem 38 km Tag auf der Suche nach Herbergen. Auch wenn wir das wohl beide heute noch geschafft hätten.
Liebe Oma, morgen habe ich mir meine Jakobsmuschel verdient 🙂
Heute war ein guter Tag, und ich freue mich jetzt wieder darauf, noch nach Finisterre zu laufen.
Es fing damit an, dass ich nach dem Frühstück versehentlich zwei 600er Ibus schluckte statt zwei 400er. Aber alles was drin bleibt, ist bekanntlich die richtige Dosis.
Aber – ich war den ganzen Tag schmerzfrei 🙂
Anja und Reinhold habe ich vorgeschickt und ganz in Ruhe gepackt, Kevin und Katja schliefen noch.
Ich lief im Dunkeln mit Kopflampe los, um kurze Zeit später hastige Schritte hinter mir zu hören. Etwas irritiert drehte ich mich um, um eine ältere spanische Dame zu erblicken, die mich prompt natürlich fragte ob ich Spanisch spräche. Als ich das zu verneinte, gab sie mir mit Händen und Füßen zu verstehen, dass sie mir gern folgen würde, weil sie keine Lampe hätte.
Daraufhin haben wir uns ungelogen anderthalb Stunden auf spanisch unterhalten, was schon ziemlich witzig ist, wenn man weiß, wie wenig spanisch ich spreche. Wir haben zusammen den Sonnenaufgang bewundert, festgestellt, dass der Riesenstern wohl doch ein Flugzeug ist und über Gott und die Welt geredet. Und das ohne gemeinsame Sprachebene, schon erstaunlich.
Irgendwann zog ich alleine weiter. Es war echt eine nette Wanderung, ich habe es genossen, mein Tempo zu gehen und im Wald herumzulaufem.
Die Sonne schien auch wieder, endlich! Deshalb konnte ich in der Sonne essen, das war echt total nett.
Auf einem Foto sieht man mich mit Filipo aus Kolumbien, der mir ein Armband mit Engelchen geschenkt hat und mit mir nach Deutschland auswandern wollte. Wisst ihr Bescheid.
Beim zweiten Essen traf ich dann Katja wieder, wir gingen eine Weile zusammen. In Monte de Gozo traf ich Anja dann wieder, die natürlich kochte, während ich duschen war.
Jetzt wissen wir nicht mehr so ganz, was wir tun sollen, aber wir werden schon was finden.
Gehabt euch wohl und denkt morgen an mich 🙂
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27: Palais de Rei –> Arzúar

38 km bis Santiago. Ich bereite mich gerade mental auf 35 km morgen vor, denn wir wollen bis Monte de Gozo gehen, um am Mittwoch nur noch ein paar wenige Kilometer zu haben und dann gemütlich anzukommen.
Auf den ersten Fotos seht ihr Kevins schuhe in Camino-Farben, die zu Beginn schon Löcher hatten. Er plant, die letzten 21 km in ebendiesen Schuhen zu joggen. Aber immerhin ohne Gepäck 😉
Heute sind wir langsam und gemütlich los gegangen, also gegen halb 9. Die ersten zwei Stunden regnete es, aber unsere Lunch-Pause haben wir schon wieder draußen machen können, allerdings war mir danach echt kalt, sodass ich mich in einem Café aufwärmte. Die Kilometer nach der Mittagspause lief ich mit Katja und Kevin. Langsam will man einfach nur noch ankommen und das Laufen wird irgendwie langweiliger. Schwer zu beschreiben. Aber nachdem ich heute morgen Ibuprofen eingeworfen habe, war ich immerhin schmerzfrei, was mich sehr gefreut hat. allerdings war ich den ganzen Tag so müde, dass ich den Eindruck hatte, eher zu schlafwandeln.
Zum Abendessen trafen wir auch Reinhold wieder, er wird morgen schon nach Santiago laufen.
Ich bin gespannt. Gute Nacht, Freunde!

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26: Ferreiros –> Palais de Rei

Mir stecken 34 km in den Knochen. 34 km mit fast durchgängig schmerzenden Füßen. Normalerweise wacht man morgens auf und es ist besser, heute war das nicht der Fall. Dazu kam, dass ich von zuhause gestern und heute das eine oder andere mitbekommen habe, wo man sehr gerne vor Ort wäre und in irgendeiner Form helfen würde. Wer auch immer sich jetzt anfesprochen fühlt, es waren mehrere Stellen, an denen es brannte 😉 so ganz los lässt einen sowas dann ja leider nicht, im Gegenteil, beim Wandern hat man viel Zeit, über solche Dinge nachzudenken. Über die eigene Verantwortung für andere und für sich selbst. Das lindert die Schmerzen leider nur bedingt. Ist jetzt vielleicht etwas ungefiltert, aber das gehörte halt zu meinem Tag. Und auf dem Camino verlernt man Smalltalk und beschönigen schon sehr, es ist durchaus üblich, mit komplett Fremden auch mal darüber zu reden, wenn man z.b. einen blöden Tag hatte 😉
Aber es half alles nichts, es geht jeden Tag weiter, das gehört zum Pilgern dazu. Bis Portomarin habe ich noch mit Anja Schritt gehalten, die auch wenig begeistert war, weil es in unserem Übernachtungsort nur echt mieses Frühstück (=Kuchen) gab und die Grundlage von gestern auch eher gering war. Nach einem ordentlichen Omelette waren wir beide gestärkt, ich ließ sie aber vorziehen.
Nach einigen Kilometern habe ich Anja erzählt, dass ich wohl heute nur 25 km schaffe. Sie hat gekundschaftet und leider waren die Herbergen auf diesen Entfernungen alle voll oder echt nicht schön. Also habe ich mich nach einer Weile damit abgefunden, doch noch 34 km zu laufen. So langsam möchte man auch einfach mal in Santiago ankommen.
Also bin ich langsam und stetig weiter gelaufen und habe Pausen gemacht. Habt ihr schonmal in einem Café eure Schweißfüße ausgepackt und massiert? Nein? Ich heute mehrfach. XD Das war das einzige was noch geholfen hat. Muskelkater hatte ich aber tatsächlich bisher noch gar nicht. In Airexe, also etwa 8 km vorm Ende, traf ich Jenny und Tina wieder. Das war echt super, ohne die nette Gesellschaft der beiden wäre es vermutlich eine echte Quälerei geworden.
Um 20 nach 6 war ich endlich in der Herberge (wir sind gegen 8:15 morgens gestartet…), da wartete aber schon selbst gekochtes Essen und eine ganze Truppe lieber Bekannter auf mich: Kevin, Sandra, René, Katja, Reinhold und Jenny und Tina haben auch entschieden zu bleiben. Sandra guckte mich den ganzen Abend sehr mitleidig wissend an, sie wusste genau, wie es mir geht. Wir haben eine „Blister-Connection“, seit wir in León abends mit Kopflampe zwei Meter voneinander entfernt saßen und unsere Blasen versorgt haben, während alle anderen schon schliefen. War ja auch schon halb 11! Sehr süß war auch, als René, der quasi kein Wort englisch spricht, mir auf einmal ein Bier vor die Nase stellte, als er mitbekam, dass ich echt damit hadere, nochmal eine Treppe hoch zu gehen.
Sie ist schon nett, so eine „Camino-Familie“, man wird gut umsorgt.:-)
Trotzdem denke ich an euch, liebe echte und liebe WG-Familie und schicke liebe Grüße in die Heimat.
67 km sind es nur noch bis Santiago, unglaublich. Wenn es nicht ganz schlimm wird, planen wir uns alle am Mittwoch um 12 in Santiago in der Pilgermesse zu treffen. Und dann hoffe ich, dass meine neuen Schuhe gut genug eingelaufen sind, dass Finisterre ein Klacks wird 😉

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25: Triacastela–> Ferreiro

Morgen früh knacken wir die magische 100km Marke. Dann geht es ans Eingemachte, denn um die Compostela zu bekommen, muss man die letzten 100 km wirklich laufen, ohne zu schummeln.
Heute sind wir in halber Regenmontur los gezogen, haben sie nach 200 Metern ganz angezogen, nur damit es nach 10 Minuten wieder aufhörte.
Anja habe ich heute immer vorgeschickt, denn mir war nicht nach schnell gehen und ich habe heute viel mental gearbeitet, wenn man das so nennen kann. Es ist zwar logisch und man weiß ja, dass Schmerz im Kopf entsteht, aber heute morgen hatte ich mal wieder solche Schmerzen in den Füßen. Und meistens werden diese tatsächlich besser, wenn man innerlich ein bisschen aufräumt. Jaja, ein bisschen esoterisch, ich weiß, aber es ist beeindruckend zu merken.
In meinem Tempo bin ich heute jedenfalls relativ gut 30 km im den neuen Schuhen gelaufen, nach den Startschwierigkeiten sogar ziemlich schmerzfrei.
Die Gamaschen erinnern mich ein wenig an die Zeit als Teenager, Schlaghosen B-)
Die Landschaft hat sich in den letzten Tagen zu ziemlich verändert. Heute habe ich mich im Regen (es ist etwas komisches passiert, ab Mittag hatten wir tatsächlich die erste Regenstunde) im Wald dann doch sehr heimisch gefühlt. Dass ich nicht im Siegerland unterwegs bin, ließen nur die Felsplatten am Boden und die Mäuerchen erahnen.
Galizien ist neben Regen auch bekannt für freilaufende Hunde. Hier könnte jedes Dorf den Namen „Kuhscheiße und Hunde“ tragen, denn das sind die beiden Hauptmerkmale. Die Dörfer sind jetzt sehr ärmlich, richtige Bauerndörfer. In Sarria, einer kleinen Stadt, gab es hingegen fast nichts, das nicht auf Pilger ausgerichtet war, schon etwas gruselig.
Unsere Mittagspause war ein wenig verregnet, aber es gab richtiges Brot!!!!! Ich habe es so vermisst <3 Langsam wird die Herbergensituation interessant, denn heute ist der 15.10. und einige Herbergen haben jetzt schon zu. Wir sind heute zum Glück nicht davon betroffen gewesen, aber andere schon. Wir werden in den nächsten Tagen mehr darauf achten müssen. Unsere heutige Herberge ist jedenfalls wieder recht dekadent. Und ich habe ein Einzelbett B-) solch ein Luxus. Gegessen haben wir mit Luc, Marjorie und Gabriel. Anschließend gab es noch eine kleine Anti-Schnarchlektion von Luc für mich, er weigert sich nämlich, Ohrstöpsel zu benutzen. Gute Nacht, es wird Zeit für mich!

24: La Faba –> Triacastela

Heute in zwei Wochen bin ich wieder zuhause! Kaum zu glauben, aber ich freue mich schon sehr 🙂
Heute war ein guter Tag. Heute morgen haben wir uns zwar mit dem Herbergspersonal herumgeärgert, aber danach war das bei einem bombastischen Sonnenaufgang und einem schönen Wandervormittag mit Luc und Marjorie schnell vergessen. Das Wetter schwankte zwischen kalt, neblig, windig und Sonne, aber so lange wir keinen Regen haben, sind wir happy. Wir hatten 400 m Aufstieg, eine Mittagspause mit Omelette, Kuchen und Café con leche und irgendwann einen Abstieg von 900m, der aber sehr sanft war.
In Triacastela fanden wir eine super Herberge und kochten eine Paellavariation, die sehr gut war und hatten Milchreis und Obst zum Nachtisch. Gerade schauen wir dabei zu wie am bunt gemischten Nachbartisch die Spanier „Arschloch“ vom einzigen deutschen lernen, Li, der Koreaner, den wir auch schon oft gesehen haben am Herd steht und für die ganze Horde kocht, während ihm ein älterer Spanier die Zutaten auf spanisch beibringt. Ein ganz normaler Abend 😉
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