20: Astorga–> Foncebadón

Leider sind die Bilder nicht vollständig geladen und unsortiert, also denkt euch eurem Teil. Und leider komme ich erst jetzt zum Schreiben.

Abends gab es noch taiwanesischen Tee von Kevin, den es so in Europa gar nicht gibt. Übersetzt wäre es wohl „Bergtee“, auf jeden Fall war er lecker, obwohl der Hospitalero uns beim Trinken schon das Licht ausknipste. Punkt 10 halt. 

Morgens sind wir in Astorga losgelaufen und noch eine Weile aus der Stadt hinausgelaufen. Interessanterweise sind die Ausgänge aus der Stadt meistens schöner als das reinlaufen und definitiv weniger stressig, vielleicht auch weil man noch frisch ist. 

Wir fanden auf dem Weg aus der Stadt eine superschöne alte Kapelle, in der tatsächlich morgens um 8 schon ein altes Dämchen stand und Stempel verteilte. Da haben wir uns einen geholt. Übrigens bin ich im Gegensatz zu anderen Pilgern kein Stempel-Junkie, man kann quasi überall welche bekommen, ich hole aber nur welche bei den Übernachtungen und wenn etwas wirklich besonderes am Weg liegt. Btw. darf man wirklich nur mit Pilgerpass in dir Herbergen und immer nur für jeweils eine Nacht, sonst wird man mit dem Worten „You are a tourist, not a pilgrim hinaus komplentiert. Beeindruckend finde ich auch, dass dir allermeisten Herbergen von Ehrenamtlichen geführt werden, das heißt, sie sind etwa 3 wochen lang vor Ort, betreuen Pilger, putzen und sind ständig im Einsatz, ohne dafür Geld zu bekommen. Ziemlich toll.
Naja, als wir wieder aus der Kapelle kamen, sahen wir bereits den Pilgeraufmarsch vorbeiziehen. Die Morgende sind oft wie eine Ameisenstraße. Es sieht sehr lustig aus, wenn man auf einem berg steht und die Pilger in der Ferne alle emsig in eine Richtung ziehen und sich an manchen Punkten ballen.

Nach der Stadt begann nach und nach der Aufstieg. Erst sehr langsam. Wir kamen irgendwann in ein superschönes Dörfchen, wo wir auch einen unglaublich liebevoll gestalteten Supermarkt besuchten. Ein Dorf weiter hatten wir dann eine unserer üblichem ausgiebigen Mittagspausen, mit jeder Menge Baguette, gutem Käse, bombastischem Schinken, tomaten, Thunfisch und Ei. Das ist nicht teurer aber so viel besser als ein gekauftes Bocadillo.

Danach gab es noch einen heftigen aufstieg, den ich aber viel länger und schlimmer erwartete hätte. Es war wunderschön, endlich wieder Natur statt straße zu sehen. Sehr witzig waren die „Taxi Luis“ Schilder, die heute und am nächsten Tag überall mitten im Wald hingen (die kaum befahrene Landstraße lag etwa 10m tiefer).
Angekommen in Foncebadon war ich überwältigt von der tollen Herberge Monte Irago. So ein netter, liebevoll gestalteter Ort mit einem Garten mit Bombenausblick, im Prinzip mitten im nichts. Sollte ich irgendwann mal eine Auszeit von meinem Leben brauchen, werde ich dahin zurück kehren und ein paar wochen freiwillig arbeiten. Das essen war ebenfalls grandios, Gemüse, Vollkornreis, Humus und eine Vorspeisenplatte aus Chorizo, schinken und manchego. Unfassbar gut. Die Sonne hat geschienen, es war ein toller Abend.
Gegessen haben wir mit Kevin, Li und Katja und einem lustigen älteren Spanier, der versuchte mit spanisch beizubringen und uns mit Apfeltee versorgte.

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