25: Triacastela–> Ferreiro

Morgen früh knacken wir die magische 100km Marke. Dann geht es ans Eingemachte, denn um die Compostela zu bekommen, muss man die letzten 100 km wirklich laufen, ohne zu schummeln.
Heute sind wir in halber Regenmontur los gezogen, haben sie nach 200 Metern ganz angezogen, nur damit es nach 10 Minuten wieder aufhörte.
Anja habe ich heute immer vorgeschickt, denn mir war nicht nach schnell gehen und ich habe heute viel mental gearbeitet, wenn man das so nennen kann. Es ist zwar logisch und man weiß ja, dass Schmerz im Kopf entsteht, aber heute morgen hatte ich mal wieder solche Schmerzen in den Füßen. Und meistens werden diese tatsächlich besser, wenn man innerlich ein bisschen aufräumt. Jaja, ein bisschen esoterisch, ich weiß, aber es ist beeindruckend zu merken.
In meinem Tempo bin ich heute jedenfalls relativ gut 30 km im den neuen Schuhen gelaufen, nach den Startschwierigkeiten sogar ziemlich schmerzfrei.
Die Gamaschen erinnern mich ein wenig an die Zeit als Teenager, Schlaghosen B-)
Die Landschaft hat sich in den letzten Tagen zu ziemlich verändert. Heute habe ich mich im Regen (es ist etwas komisches passiert, ab Mittag hatten wir tatsächlich die erste Regenstunde) im Wald dann doch sehr heimisch gefühlt. Dass ich nicht im Siegerland unterwegs bin, ließen nur die Felsplatten am Boden und die Mäuerchen erahnen.
Galizien ist neben Regen auch bekannt für freilaufende Hunde. Hier könnte jedes Dorf den Namen „Kuhscheiße und Hunde“ tragen, denn das sind die beiden Hauptmerkmale. Die Dörfer sind jetzt sehr ärmlich, richtige Bauerndörfer. In Sarria, einer kleinen Stadt, gab es hingegen fast nichts, das nicht auf Pilger ausgerichtet war, schon etwas gruselig.
Unsere Mittagspause war ein wenig verregnet, aber es gab richtiges Brot!!!!! Ich habe es so vermisst <3 Langsam wird die Herbergensituation interessant, denn heute ist der 15.10. und einige Herbergen haben jetzt schon zu. Wir sind heute zum Glück nicht davon betroffen gewesen, aber andere schon. Wir werden in den nächsten Tagen mehr darauf achten müssen. Unsere heutige Herberge ist jedenfalls wieder recht dekadent. Und ich habe ein Einzelbett B-) solch ein Luxus. Gegessen haben wir mit Luc, Marjorie und Gabriel. Anschließend gab es noch eine kleine Anti-Schnarchlektion von Luc für mich, er weigert sich nämlich, Ohrstöpsel zu benutzen. Gute Nacht, es wird Zeit für mich!

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