23: Villafranca del Bierzo –> La Faba

Heute war ein bisschen zäh für mich.
Der gute Rotwein, den Bob gestern gesponsort hat war in Kombination mit de schlechten Luft im Zimmer wohl doch ein bisschen viel. Ich habe übrigens meinen persönlichen Schnarchkönig gefunden, er hat es geschafft, dass ich ihn durch die Oropax noch gehört habe. Und ohne – heieiei, sehrsehrsehr laut. Geschlafen habe ich trotzdem super. Es war ohnehin recht lustig mit den drei Spaniern im Zimmer, denn diese sprachen ungefähr so viel Englisch wie ich spanisch. Obwohl wir uns kaum verstanden haben, haben wir uns gut verstanden. 😉
Morgens haben wir noch mit Reinhold und Bob gefrühstückt. Anja und ich haben dann allerdings den schönen Weg genommen, 800 Höhenmeter (400 rauf und 400 runter) und 2,5 km mehr, aber nicht an der von Hape Kerkeling verissenen Straße entlang. Auf Straße hatten wir einfach keine Lust mehr. Und wurden damit belohnt, dass wir gerade mal 9 Leute getroffen haben und eine sehr schöne Aussicht hatten.
Nach dem Mittagessen um 11:20 ging es lange an der Straße entlang und gegen Ende zwar nochmal idyllisch, aber doch recht steil bergauf.
Wir hatten überlegt, bis O Cerbreiro zu laufen, aber nach insgesamt dann schon 1300 Höhenmetern auf 25 km an einem Tag, an dem ich wenig Momente hatte, in denen es wie von selbst ging, hatte ich keine Lust mehr. Daraufhin entschieden Anja und ich, in einer netten Herberge in La Faba zu bleiben. Die vegetarischen Hetbergen sind meistens besonders, sie sind oft etwas hippie-mäßig aber sehr gemütlich eingerichtet und legen weniger Wert auf Luxus und Sauberkeit, aber umso mehr auf hochwertiges essen und qualitäts-Möbel.

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22: Ponferrada –> Villafranca del Bierzo

Läppische 25 Kilometer heute 😉
Es sollte regnen, also sind wir gut gewappnet losgezogen. Das Wetter war zwar leicht feucht, aber geregnet hat es quasi gar nicht. Es war ganz gut, dass wir eine kürzere Etappe gelaufen sind, denn das Einlaufen der im Vergleich zu den weichen, flexiblen Laufschuhen doch sehr harten Wanderschuhe war für meine Muskeln und Sehnen im Fuß doch sehr schmerzhaft. Nicht zu vergessen das neue Zusatzgewicht.
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Wir hatten eine ausführliche Lunchpause in einem sehr schönen Innenhof mit einem tollen Laden, in den wir Wein und Empanada kosten durften. Sonst gab es unsere übliche Baguette-Brotzeit.
Im Villafranca, dem sehr hübschen „kleinen Compostela“, fanden wir eine unfassbar tolle Herberge mit einer Familie als Inhabern, die sich mehr als rührend um uns bemüht haben.
Wir fielen fast vom Glauben ab, denn auf einmal stand Reinhold in der Tür und erzählte uns, dass Julia und Bob auch bald da wären. Diverse zufälle hatten dazu geführt, denn eigentlich sollten Sie 10 km hinter uns sein. Solche Dinge passieren am Camino extrem häufig. Wir haben wieder gekocht und es war toll, bob hat sogar noch Gitarre gespielt. 🙂

21: Foncebadón –> Ponferrada

3 Weeks on the road. Wow! Already such a long time!
Es gibt Orte, die man verlässt, aber ein Stück von einem selbst bleibt da. Foncebadón und vor allem die tolle Herberge sind so ein Ort für mich.
Heute morgen sollte es eigentlich Yoga geben, das ist aber leider ausgefallen. In typisch spanischer Manier wurde man nicht darüber unterrichtet. Deshalb gab es ein ausgedehntes, unfassbar gutes Frühstück mit regionalem Ziegenjoghurt, frischem Obst und Müsli, und einen atemberaubenden Sonnenaufgang.
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Nach einem kurzen Aufstieg waren wir am Cruz de Ferro.
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Wenn ihr das nicht kennt: man bringt einen Stein von Zuhause mit und legt ihm am Cruz de Ferro ab. Religiös gesehen steht das für Sünden, man kann es aber auch als Loslassen der Vergangenheit sehen. Letzten Endes muss jeder selbst wissen, was er damit verbindet. Jedenfalls ist es schon ein krasses Gefühl, einen Stein aus Mutterns Garten mitten im spanien abzulegen, der hunderte Kilometer im Zug und hunderte zu Fuß getragen zurückgelegt hat.
An sich ist das Kreuz aber sehr unspektakulär.
Nach dem Cruz de Ferro, das am höchsten Punkt des Caminos liegt, begann der Abstieg. Erst langsam, dann wurde es steiler und anspruchsvoller. Anja als versierte Wandererin meinte, es sei ein mittelmäßiger Schwierigkeitsgrad, aber es war schon so, dass jeder Schritt konzentriert gesetzt werden musste. Es gab viele große Steine und teilweise Felsplatten. Jedenfalls waren wir sehr froh, diesen Abstieg nicht im Regen machen zu müssen. Es hat abgesehen davon aber schon sehr viel Spaß gemacht, und man hat endlich mal wieder die Beinmuskeln gespürt. Wir betätigen uns zwar sehr viel körperlich, aber manchmal fehlt der Sport schon, vor allem Bouldern und Yoga.
Zwischendurch gab es ein dickes zeeites Frühstück mit Tortilla Patata, um die Konzentration aufrecht zu halten und in Molinaseca nach dem Abstieg einen quick coffee bevor es wieder nervig wurde: Straße nach Ponferrada rein.
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In Ponferada besuchten wir endlich mal wieder einen großen Supermarkt, kochten im riesigen Gewusel (eine Küche auf 170 Betten) und hatten ein Festmahl mit Salat, Reis, Lachs und taiwanesischer Hühnersuppe.
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Danach hatte ich eine Mission: Schuhe kaufen im nahegelegenen Decathlon. Anja, Katja und Kevin kamen mit und nun habe ich neue Wanderschuhe, Gamaschen und ein Tshirt, da ich nur Tops mit habe, was bei 14° an den schultern doch ein wenig kalt wird. Danach tanken wir noch ein Teechen, aber dann ging es ab ins Bett. Schließlich war es schon nach 10!

20: Astorga–> Foncebadón

Leider sind die Bilder nicht vollständig geladen und unsortiert, also denkt euch eurem Teil. Und leider komme ich erst jetzt zum Schreiben.

Abends gab es noch taiwanesischen Tee von Kevin, den es so in Europa gar nicht gibt. Übersetzt wäre es wohl „Bergtee“, auf jeden Fall war er lecker, obwohl der Hospitalero uns beim Trinken schon das Licht ausknipste. Punkt 10 halt. 

Morgens sind wir in Astorga losgelaufen und noch eine Weile aus der Stadt hinausgelaufen. Interessanterweise sind die Ausgänge aus der Stadt meistens schöner als das reinlaufen und definitiv weniger stressig, vielleicht auch weil man noch frisch ist. 

Wir fanden auf dem Weg aus der Stadt eine superschöne alte Kapelle, in der tatsächlich morgens um 8 schon ein altes Dämchen stand und Stempel verteilte. Da haben wir uns einen geholt. Übrigens bin ich im Gegensatz zu anderen Pilgern kein Stempel-Junkie, man kann quasi überall welche bekommen, ich hole aber nur welche bei den Übernachtungen und wenn etwas wirklich besonderes am Weg liegt. Btw. darf man wirklich nur mit Pilgerpass in dir Herbergen und immer nur für jeweils eine Nacht, sonst wird man mit dem Worten „You are a tourist, not a pilgrim hinaus komplentiert. Beeindruckend finde ich auch, dass dir allermeisten Herbergen von Ehrenamtlichen geführt werden, das heißt, sie sind etwa 3 wochen lang vor Ort, betreuen Pilger, putzen und sind ständig im Einsatz, ohne dafür Geld zu bekommen. Ziemlich toll.
Naja, als wir wieder aus der Kapelle kamen, sahen wir bereits den Pilgeraufmarsch vorbeiziehen. Die Morgende sind oft wie eine Ameisenstraße. Es sieht sehr lustig aus, wenn man auf einem berg steht und die Pilger in der Ferne alle emsig in eine Richtung ziehen und sich an manchen Punkten ballen.

Nach der Stadt begann nach und nach der Aufstieg. Erst sehr langsam. Wir kamen irgendwann in ein superschönes Dörfchen, wo wir auch einen unglaublich liebevoll gestalteten Supermarkt besuchten. Ein Dorf weiter hatten wir dann eine unserer üblichem ausgiebigen Mittagspausen, mit jeder Menge Baguette, gutem Käse, bombastischem Schinken, tomaten, Thunfisch und Ei. Das ist nicht teurer aber so viel besser als ein gekauftes Bocadillo.

Danach gab es noch einen heftigen aufstieg, den ich aber viel länger und schlimmer erwartete hätte. Es war wunderschön, endlich wieder Natur statt straße zu sehen. Sehr witzig waren die „Taxi Luis“ Schilder, die heute und am nächsten Tag überall mitten im Wald hingen (die kaum befahrene Landstraße lag etwa 10m tiefer).
Angekommen in Foncebadon war ich überwältigt von der tollen Herberge Monte Irago. So ein netter, liebevoll gestalteter Ort mit einem Garten mit Bombenausblick, im Prinzip mitten im nichts. Sollte ich irgendwann mal eine Auszeit von meinem Leben brauchen, werde ich dahin zurück kehren und ein paar wochen freiwillig arbeiten. Das essen war ebenfalls grandios, Gemüse, Vollkornreis, Humus und eine Vorspeisenplatte aus Chorizo, schinken und manchego. Unfassbar gut. Die Sonne hat geschienen, es war ein toller Abend.
Gegessen haben wir mit Kevin, Li und Katja und einem lustigen älteren Spanier, der versuchte mit spanisch beizubringen und uns mit Apfeltee versorgte.

19: Villar de Mazarife –> Astorga

Ich sitze in einem sehr schönen Park, während hier so langsam die Sonne hinter den Bergen untergeht.
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Die Berge müssen wir morgen hoch. Heute sind wir 33 km gelaufen, und ich habe gelernt, dass das mit nur einer Pause doch etwas schwierig für meinen Hungerhaushalt ist.
Heute sind wir zu dritt gelaufen, Reinhold, Anja und ich, was sehr nett war.
Die beiden wollten gerne im Dunkeln los, sodass wir gegen 10 schon die ersten 15 km hinter uns hatten. Das ging auch nur, weil wir eine sehr gerade Straße entlang gelaufen sind, die steinigen Strecken würden wir nie im Dunkeln gehen. Trotzdem, es bleibt dabei: nicht meine Uhrzeit. Mit Musik auf den Ohren ging es um, aber es bleibt Arbeit. Nach einem netten Omelette mit Käse und schinken ( ich esse hier echt dinge, die ich zuhause nie essen würde, und erst recht nicht zu so komischen Uhrzeiten wie 10 Uhr morgens), ging es dann weiter mit der nächsten 15 km Etappe. Wir sind heute recht zügig gegangen, und gegen Ende ging es wieder mehr auf und ab. Es war bewölkt, bis wir in die Stadt kamen. Dann zog der Himmel auf und wir saßen nett in der Stadt und haben darauf angestoßen, dass Reinhold jetzt den gesamten Camino Frances abgeschlossen hat (er geht die Etappe ab Astorga jetzt zum dritten Mal, hat aber zum ersten Mal im St. Jean gestartet) und wir die 300 km Marke geknackt haben. Soll heißen, wir haben jetzt noch 280 km vor uns und schon 520 hinter und. Unglaublich.
Ab morgen soll es landschaftlich wieder unglaublich schön werden.
Allerdings wurde jetzt an Mittwoch zum ersten Mal Regen vorhergesagt ( erwähnte ich, wie viel Glück wir bisher mit dem Wetter hatten?), sodass ich darüber nachdenke, mir neue Schuhe zu kaufen, denn meine Blasensituation ist recht desaströs, was durch nasse Füße sicher nicht besser würde. Blöderweise ist heute Sonntag und morgen öffnen die Läden erst gegen 10, Spanien halt. Ich hoffe, dass vor dem Regen noch eine größere Stadt mit Schuhgeschäft kommt. 😉

Gehabt euch wohl, ihr Lieben, ich freue mich, dass ihr mit lest und kommentiert 🙂

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18: León –> Villar de Mazarife

Heute hatten wir so einen richtigen Schlendrian-Tag. Wir haben uns um 8 erst aus der Herberge verabschiedet, sind gemütlich durchs völlig verschlafene León geschlendert (hatte ich erwähnt, dass spanische Zeiten absolut inkompatibel mit Pilgern sind? Ich sage nur Siesta), haben einen zweiten Kaffee gertrunken, als wir endlich ein offenes Café gefunden hatten, waren in der Kathedrale, in mindestens zwei Supermärkten, beim Schuster und in einem Billo-Laden, um Handschuhe und eine Mütze zu erstehen. Die Tage gehen wir nämlich nochmal auf 1500 Meter und es ist ja doch auch hier morgens ziemlich frisch. Wenn es auch mittags immer noch wunderbar warm ist (die anderen klagen über die Mittagshitze, ich finde es toll und wandere dann unglaublich gern).
Nachdem wir durch meine traute Heimat, das Auenland, mit all seinen Hobbithöhlen, gelaufen sind (Anja wirkt da eher wie Gandalf, nur die Rauchringe muss sie noch üben), haben wir dann auch entschieden, heute nur 20 km zu machen. Nach den Schlemmereien der letzten Tage hatten wir heute eine ausgedehnte Brotzeit und abends Linsensuppe aus der Dose, Möhrensalat aus dem Glas, Gürkchen und eine Obstplatte. Muss auch mal sein und war auch gut. Jetzt geht’s gleich schlafen, denn reinhold und Anja wollen morgen früüüüh los. Dafür schnibbelt Anja mein Frühstück 😉
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17: El Burgo Ranero –> León

Die wordpress-app nervt mich hart, diesen beitrag hatte ich nämlich schon geschrieben und habe etwa 20 mal versucht ihn zu veröffentlichen, jetzt ist alles weg. Und das ist nicht das erste Mal.

Der Tag startete nicht so gut. Wir haben am Vortag schon mitbekommen, ok, mehr als mitbekommen, dass der Hospitalero der Alburgue in El Burgo Ranero ziemlich durchgeknallt ist, und das nicht nur im guten. „Alle Deutschen…. komplette katastrophe“ – sein Kommentar als wir unseren Salat zurück wollten, den er in den Kühlschrank gelegt hatte, nachdem wir ihn nach einer Schüssel gefragt haben. Alles klar.
Jedenfalls hatten wir mit ihm vereinbart, dass er die Küche um 6:30 aufschließt, denn dort standen meine Klamotten zum trocknen und unsere Lebensmittel.
Als er um 7:15 immer noch nicht aufhetaucht war, haben Anja und ich alles in bewegung gesetzt, um ihn aus dem Bett zu holen. Daraufhin ist er ziemlich ausgetickt. Wir haben also nur noch schnell unsere Sachen zusammen gerafft und sind los gezogen. Statt mit Wut im Bauch wollten wir den aber fürs Wandern lieber anders füllen und waren in einem Café nett frühstücken. Der Sonnenaufgang war bombastisch schon, aber es war auch bitterkalt.
Der erste teil der strecke war ganz nett, nach unserer ersten kürzeren Pause wurde es aber furchtbar nervig. Die strecke lief permanent an einer viel befahrenen Straße entlang.
Irgendwie habe ich wohl zu wenig getrunken oder so, jedenfalls ging es mir auch nicht besonders gut. Nach der Mittagspause lief ich nochmal 4 km vid Arcahueja, Anja war schon vorgegangen, und dort entschieden wir dann wegen einer wenig hübschen Herberge und absoluter Unlust auf weiter Straße laufen (wir hatten auch schon 28 km hinter uns), den Bus nach León zu nehmen. Das war eine super entscheidung, denn wir hatten einen sehr schönen abend in León auf einem mittelalterlichen Markt und haben schon wieder sehr gut und lecker gevöllt. Leider mussten wir natürlich um halb 11 brav wieder in der Herberge sein, denn die stadt brummte. Aber so ist das Pilgerleben, wir sind ja keine Touristen 😉
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16: Moratinos –> El Burgo Ranero 

Ich.liege.in.einem.echt.beschissenen.Stockbett. Drückt mir die Daumen, dass ich nicht heute Nacht auf den bekloppten Belgier krache, der immer eine echte Hasenpfote in der Hosentasche hat. 

Ok, Planänderung, nachdem ohne Witz jede Bewegung meines Zeigefingers auf dem Handy ein lautes Quietschen des Bettes hervorgerufen hat, liege ich jetzt samt Matratze auf dem Boden.

Heute sind wir etwa 30 km gewandert und haben gevöllt. Aber nicht zu knapp. Es war wahnsinnig lecker. Sowohl Kuchen und Gebäck mit Chorizo gefüllt am Weg als auch das selbst gekochte Essen: Risotto, Omelette, Salat, dunkles (!) Baguette, Käse, Wein und Bier waren echt Bombe.

Das Wolkenspiel war heute unglaublich schön. Der erste Teil des Weges war langweilig und ermüdend, aber unsere 6 bonuskilometer waren echt schön. sahagun ist übrigens echt hässlich, falls mal einer von euch in die Verlegenheit kommt 😉

Es war ein sehr lustiger Abend mit den Herrschaften am Tisch. Wir haben außerdem auch eine große Truppe jüngerer deutscher getroffen, was immer wieder nett ist, denn es sind doch viele ältere unterwegs. 

Ich bin heute tatsächlich schmerzfrei und gut erholt gelaufen. Das war so schön. Zwar sind meine Blasen nicht weg, aber heute ging es echt erstaunlich gut. Insgesamt finden wir die Strecke zwischen Burgos und Leon aber weniger schön. Ich  hoffe, dass es nach Leon noch mal schöner wird!

14: Castrojeriz –> Corrion de los Condes

Mein erster Tag ganz allein auf dem Camino! Skurrilerweise ging ich noch im Dunkeln los, da alle so früh auf waren. Allerdings vergaß ich meine Wanderstöcke und musste noch mal umdrehen. Der erste Teil ging steil dem Berg hinauf, war aber wunderschön zu laufen während des Sonnenaufgangs. Allerdings hatte  ich schon das Gefühl, das neben mir etwas fehlte. Schön schräg, wie schnell man sich aneinander gewöhnt. Anja hat mir später erzählt, dass es ihr ähnlich ging. Ich bin sehr gut in meinem eigenen Tempo gegangen, und pünktlich zum zweiten Frühstück Natascha begegnet und war zum Lunch in Fromista, und habe mich dort mit Monika aus Tschechien getroffen. Aber irgendwie wollte ich noch weiter, auch wenn ich schon 24 km auf dem Buckel hatte. Anja hatte mir morgens erzählt, dass sie bis Carrion de los Condes laufen will, sie einzuholen war also utopisch. 

Obwohl Monika in Fromista blieb, lief ich weiter. Es ging immer geradeaus, am der Straße entlang. Die erste Stunde könnte ich das noch ignorieren, dann wurde es echt anstrengend. Irgendwann reservierte ich ein Bett in einer Herberge, was zwar eine weitere Stunde Weg bedeutete, allerdings sinnvoll war, da am Tag danach ein langes Stück von 17 km ohne Zivilisation anstehen würde, in dem man nicht mittendrin in eine Herberge gehen konnte. Danach wurde es echt schleppend. Dann rief Anja an, und sagte, der komplette Weg bis Carrion bliebe: „Entschuldigung,… Scheiße!“ Und sie würde jetzt einkaufen um zu kochen. Ich war völlig genervt und dir Vorstellung  am nächsten Tag weiter diesen Weg laufen zu müssen klang furchtbar, ein Abendessen mit Anja allerdings so gut… 

Also versuchte ich im nächsten Dorf, einen Bus zu erfragen, allerdings fand sich dort kein Mensch, der auch nur ansatzweise Englisch sprach. Völlig fertig, mit schmerzenden Füßen, schleppte ich mich dann noch zwei Kilometer weiter bis zur Herberge, in der ich ein Bett reserviert hatte. Insgesamt trotz Blasen und Schmerzen in der linken Wade 33 Kilometer! 

Dort fand ich heraus, dass kein Bud fuhr. Allerdings fand ich die Idee, wieder mit Anja essen und starten zu können so schön, dass ich mit trotz reserviertem Bett ein Taxi rufen ließ und die 12 km bis Carrion fuhr. Das war so eine gute Entscheidung!!! In der Herberge waren ausschließlich Spanisch sprechende Menschen und kein WiFi ( dafür Hühner und Hängematten und Tipis in einm tollen Garten). Die Herberge, in der ich mit Anja blieb, war aber echt super, sie hat für mich gekocht, und wir hatten einen echt schönen Abend. in der Stadt hörten wir unsere Namen und plötzlich stand Kiki hinter uns, die wir eigentlich schon lange zurück gelassen hatten. Es ist echt witzig, am Camino trifft man immer wieder unverhofft Leute, mit denen man gar nicht mehr gerechnet hätte. Später hatten wir noch eine nette Runde mit mehreren Deutschen, bevor ich echt müde, aber glücklich, ins Bett fiel. 

13: Hornillos del Camino –> Castrojeriz

Was für ein Tag! So voll und beeindruckend, dass ich tatsächlich erst zwei Tage später dazu komme, darüber zu schreiben. Eines habe ich heute gelernt, der Camino macht die Regeln. 
Man kann sich auf den Kopf stellen und tun, was man will, manche Sachen hat man einfach nicht in Hand. Das mag jetzt ein wenig merkwürdig oder esoterisch klingen, aber ich glaube nachvollziehen kann man das erst, wenn man es selbst erlebt hat. 

Losgelaufen sind wir in einem dichten Nebel, die Feuchtigkeit zog bis auf die Knochen. Als der Nebel sich lichtete, wurde es richtig schön und der Anblick war Wahnsinn. 

Wir hatten eine nette Kaffeepause. Aber schon nach etwa 15 Kilometern merkte ich, wie sehr mich meine Blasen und vor allem die eine neue quälten. Auf dem Plan standen 33 km bis Itero de la Vega. Es fiel mir denkbar schwer, mit Anja mitzuhalten (die übrigens 49 ist und fit wie ein Turnschuh)

In Castrojeriz, also nach 22 km, merkte ich, als wir gerade fürs Abendessen einkaufen wollten, dass ich nicht mehr weiter laufen kann. Also hielten Anja und ich Kriegsrat und entschieden, uns zu trennen. Das war keine leichte Entscheidung, aber Anja wäre nur wegen mir geblieben, und jeder muss hier auf dem Camino sein eigenes Tempo und seinen eigenen Weg gehen.

Der Tag hielt noch viel für mich bereit an eindrucksvollen, tollen Begegnungen und Gesprächen. Ich will nicht ins Detail gehen. Aber ich war tatsächlich nach 0,4 l Bier am Nachmittag schon leicht angeschickert, verbrachte eine tolle Zeit allein auf einer Café-Terasse, hatte ein sehr besonderes Gespräch mit „unserem speziellem Freund“, der auf dem Foto zu sehen ist (leider kennen weder Anja noch ich seinen Namen, obwohl wir wirklich immer und immer wieder über ihn stolpern), habe in einer echt süßen Herberge übernachtet, mit Lebensmitteln in der Küche zum Kochen, und Betten unter einem hübschen Dachstuhl, Debbie wieder getroffen, die zwar normalerweise eher sehr tough ist, aber tatsächlich ein bisschen fürsorglich wurde, als sie hörte, dass ich jetzt allein unterwegs bin, einen Apotheken-Marathon hingelegt und einen netten Abend mit Natascha, einer lieben Deutschen, im Garten gehabt. Sie wird am Camino übrigens Blister-Girl genannt und das zurecht (sorry, du hättest mir diesen Spitznamen nicht verraten dürfen XD).

Dieser Tag war wirklich sehr besonders, das ist schwer in Worte zu fassen.